Innenminister droht mit härteren Regeln bei Cybersicherheit – aber keine Helmpflicht für IT

Verstehen unsere Politiker die Digitalisierung?

Berechtigte Zweifel bekommen nicht nur IT-Experten bei aktuellen Aussagen unseres Innenministers zur Cybersicherheit.

Innenminister de Maizière äußerte sich am Donnerstag zur  schnellen Ausbreitung des Erpressungstrojaners „WannaCry“ auch bei Unternehmen und lenkt den Fokus auf den Schutz vor Cyberangriffen, was prinzipiell positiv und notwendig ist!

“Es könnten  schärfere Vorschriften zur Cybersicherheit geben, wenn Unternehmen nicht genug tun.”

De Maizière verglich dabei die Situation im Cyberspace mit der Entwicklung bei Helmen:
“Es gebe Helmpflicht für Motorradfahrer – aber auch viele Fahrradfahrer und Skifahrer fahren  mit Helm und das reiche aus.”
Mit Blick auf die Vorschriften zur Cybersicherheit sagte der Minister:
“Im Moment setze ich auf die Methode Fahrradhelm.“

Spätestens hier wundern sich IT-Experten?!

Es stimmt, Helme schützen Personen vor (schlimmeren) Schäden bei Unfällen und sind sicher zu empfehlen. Auch ist das Prinzip Freiwilligkeit sicherlich bei Fahrrädern + Ski sinnvoll, da Schäden auf einzelne/wenige Personen begrenzt sind und häufig (“nur”) der Betroffen selbst zu tragen hat.

Cybersecurity bedroht uns jedoch ALLE, auch wenn man selbst weder PC, Handy noch Internet nutzt!

Beispielsweise als Patient  in einem angegriffenen Krankenhaus, oder daheim, wenn plötzlich Strom oder Wasser durch Cyberangriffe weg sind.

Richtig liegt hier der BSI-Präsident, der  Unternehmen Ignoranz gegenüber Hackern vorwirft und u.a eine Schadensersatzpflich fordert.
Siehe Warnung vom BSI Präsinent

Aber nicht nur kommerzielle Software birgt Risiken, sondern auch Open Source hat ein großes Gefahrenpotential, wenn der Einsatz nicht professionell geregelt und überwacht wird.